Marktplatz Neuerburg / Eifel

Plazierung: Anerkennung
Jahr:                 2021

Die Stadt Neuerburg beabsichtigt den Marktplatz im historischen Stadtkern neu zu gestalten.
Um den Entwurfsbeitrag verstehen zu können ist es zunächst wichtig die derzeitige Situation des Markplatzes genauer zu betrachten.

Einerseits ist dem Ort anzusehen, dass er vor einiger Zeit bereits mit hohem Anspruch gestaltet wurde. Natursteinpflaster liegt im gesamten zu bearbeitenden Bereich, Mariensäule, Stadtbrunnen, Baumpflanzungen prägen seit vielen Jahren den Platz.
Fazit: Die Grundstruktur des Marktplatzes erscheint durchaus stimmig.

Andererseits fällt auf, daß bei der letzten Überformung das Thema KFZ-Verkehr noch stark im Fokus stand, Ornamentik des Belags sowie die Anordnung vieler Bäume mussten sich der Verkehrsplanung unterwerfen. Viele unterschiedliche Formate des Belags lassen den Platz diffus wirken.

Was also ist zu tun?
Das Leitmotiv des vorliegenden Entwurfs könnte lauten: „Das Wohnzimmer Neuerburgs muß aufgeräumt, die Möbel müssen neu angeordnet werden“.

 

Marktplatz
Aufgrund der über die Jahrhunderte nahezu unveränderten städtebaulichen Struktur des Ortskerns wird der Marktplatz durch die angrenzenden Gebäude klar im Stadtgrundriss abgebildet.
Diese Klarheit des Städtebaus ermöglicht es, bei der Detaillierung der Freiraumplanung auf Vereinfachung zu setzen. Vereinfachung schafft Klarheit.

Aus oben genannten Gründen ist es nicht notwendig, die Platzform durch variierende Materialien zusätzlich herauszuarbeiten.
Vielmehr wird der Platzbelag wie ein homogener Teppich bis an die Kanten des Raumes herangeführt. Innerhalb der Grenzen des Marktplatzes wird das Material im Diagonalverband verlegt. Hierdurch bewegt sich der Belag optisch frei im Raum. Die Verlegeart ermöglicht eine gute Verzahnung, kann somit auch im Bereich der Fahrbahn zur Anwendung kommen.
Locker auf dem Platz verteilte Tulpenbäume schaffen eine selbstverständliche, ungezwungene Zonierung des Raumes, Bewegung und Entschleunigung halten sich die Waage. Während der nördliche Platz baumfrei, lichtdurchflutet und multifunktional nutzbar bleibt, entsteht durch Verdichtung der Baumpflanzung südlich der Mariensäule ein neuer Baumhain. Hier bleibt Zeit, den Kindern beim Spielen im Fontänenfeld zuzuschauen oder den Stadtbrunnen aus den 1990 er Jahren zu studieren oder einfach nur auf einer der Bänke zu verweilen.
Blickbeziehungen wie z.B. zum Stadtwappen werden nicht beeinträchtigt.